ÜBERSICHTSKARTEN
Der Arbeitskreis präsentiert die Karten zur Maximalen Verfügbarkeit sowie zur Tatsächlichen Nutzung der laufenden Breitbanderhebungen.

DATENERHEBUNG
Beteiligen Sie sich bitte an der Aktualisierung und füllen den Online-Fragebogen für Nutzer oder Anbieter aus! Nur mit Ihrer Hilfe können wir den Bedarf und die aktuelle Versorgung ermitteln!

Optische Zugangsnetze - FTTx

Während die Bestrebungen, mittels xDSL-Technologien die bestehenden TAL aus Kupferdoppeladern so lange wie möglich weiter zu nutzen, mit der Zeit an ihre Grenzen stoßen, gewinnt das Übertragungsmedium Glasfaser für zukünftige Breitband-Anschlüsse zunehmend an Bedeutung. Mittels Zugang per Glasfaser-Technologien können wesentlich höhere Datenraten erreicht und deutlich größere Distanzen überbrückt werden. Dazu sind jedoch tiefgreifende und teilweise langfristige Netzausbauarbeiten nötig, die i.d.R. mit hohen Verlegekosten verbunden sind. Daher wird zur Erhöhung der Datenraten im Teilnehmeranschlussnetz statt eines rein optischen Zugangs oft die Glasfaser in kombinierten Lösungen, die auf den letzten Teilstücken weiterhin Kupfer- bzw. Koaxialkabel verwenden, näher an den Teilnehmer gebracht. Die verschiedenen Lösungen werden unter dem Oberbegriff FTTx zusammengefasst. FTTx steht für Fiber To The x, wobei das x als Platzhalter für verschiedene Buchstaben fungiert, unter deren Verwendung unterschiedliche Ausbaustufen voneinander abgegrenzt werden. Allen Ausbauvarianten gleich ist die Verkürzung des letzten Leitungsabschnittes zum Nutzer, der sogenannten letzten Meile. Ziel ist die Beseitigung der Bandbreitenbegrenzung, dem sogenannten Bottleneck, zwischen den Weitverkehrsnetzen und dem Nutzer.

FTTC - Fiber To The Curb:

Der wörtlichen Entsprechung zufolge endet bei dieser Ausbauvariante die Glasfaser am Bordstein. Gemeint ist damit i.d.R. der Abschluss der Glasfaser auf Teilnehmerseite am Standort des KVz2. Dieser ist oft in der Nähe von Bordsteinen installiert und in dicht besiedelten Gebieten kaum mehr als 300 Meter vom Teilnehmerbereich entfernt. Diese Entfernungen können aber stark differieren. In weniger dicht besiedelten Gebieten stehen die KVz meist viel weiter vom Teilnehmerbereich entfernt. Um dem Rechnung zu tragen, wird dann oft von Fiber To The Node/Neighborhood (FTTN) bzw. Fiber To The Cabinet (FTTCab) gesprochen.

FTTB - Fiber To The Building:

In diesem Fall reicht die Glasfaser bis auf privates Eigentum. Sie endet daher meist in den Kellern der Gebäude, schließt jedoch ab, bevor sie die Räumlichkeiten des Nutzers erreicht. Die Verbindung zum Kunden wird dann im Haus meist über vorhandene Kupferdoppeladern oder Koaxialkabel realisiert, auch können Funklösungen zum Einsatz kommen.

FTTH - Fiber To The Home:

Bei FTTH reicht die Glasfaser über das gesamte Zugangsnetz unmittelbar bis zum Teilnehmer. FTTH kann somit klar von den anderen Varianten abgegrenzt werden, indem hier für die Verbindung zum Kunden kein weiteres physikalisches Medium neben der Glasfaser zum Einsatz kommt.

Neben den Ausbau-Varianten unterscheidet man zusätzlich zwischen Technologien, bei denen die Teilnehmer entweder eine dedizierte Glasfaser nutzen oder sich die zur Verfügung stehende Bandbreite teilen. Sogenannte Punkt-zu-Punkt-Technologien (P2P) versorgen die Teilnehmer mit einer jeweils eigenen Glasfaser und ermöglichen mit der Ethernet-Übertragungstechnik Datenraten von 100 Mbit/s oder gar 1 Gbit/s pro Nutzer. Für gemeinsam genutzte Glasfasern eignet sich zum einen die Active-Ethernet-Technologie. Dazu wird ein aktiver Verteilpunkt, ein sogenanntes Ethernet-Switch, mit einer Bandbreite von bis zu 10 Gbit/s angefahren, die dann von allen dahinter liegenden Teilnehmern gemeinsam genutzt wird. Ab dem Ethernet-Switch wird die Datenübertragung allerdings sternförmig auf Glasfasern vorgenommen, die dem Nutzer wiederum individuell zur Verfügung stehen. Dies ist in den Passive Optical Networks (PON) i.d.R. anders. In diesem Fall wird die Bandbreite ab einem passiven Verteilpunkt, dem Splitter, in Form einer Baumstruktur auf die dahinter liegenden Teilnehmer verteilt. Das hat zur Folge, dass das Nutzungsverhalten Anderer, wie bei den Shared Medien üblich, durchaus Einfluss auf die jeweilige Datenrate haben kann. Der derzeit am europäischen Markt überwiegend eingesetzte PON-Standard ist das Gigabit Passive Optical Network (GPON). In GPON-Netzen kann die am Splitter zur Verfügung stehende Bandbreite auf bis zu 64 bzw. bis zu 128 Teilnehmer verteilt werden. Zur effizienten Verteilung kommt ein Verfahren zur dynamischen Bandbreiten-Anpassung zum Einsatz, das nicht genutzte Bandbreite inaktiver Teilnehmer auf andere Teilnehmer verteilt. Die unter Verwendung dieses Standards gemeinsam nutzbare Bandbreite beträgt aktuell 2,5 Gbit/s und wird in Zukunft bereits bei 10 Gbit/s liegen. Neue Entwicklungen erlauben es, in PON-Netzen die Kunden individuell über dedizierte Wellenlängen anzuschließen. D.h. jeder Kunde bekommt sowohl für den Upstream als auch für den Downstream eine jeweils eigene Wellenlänge auf der Glasfaser und erhält somit eine logische P2P-Verbindung.

Während kleinere deutsche Stadtnetzbetreiber teilweise bereits Glasfaserzugangsnetze in Form eines FTTB/H-Ausbaus errichten, setzt die Deutsche Telekom verstärkt auf einen VDSL-Ausbau in einer FTTC-Architektur. Vorwiegend im städtischen Bereich verlegt sie parallel zum bestehenden Kupfernetz auf den Hauptkabeltrassen Glasfaserkabel bis zu den KVz. Dadurch reduziert sich die Länge der TAL auf durchschnittlich 400 Meter. Ein weiterer Glasfaserausbau bis zum Teilnehmer ist dann für den Fall zu erwarten, dass der Bandbreitenbedarf die Leistungsfähigkeit der Kupferleitungen übersteigt.